Melanotan I 10mg – Alpha-MSH-Analogon aus der Melanotropin-Forschung
Melanotan I (auch als Afamelanotide bekannt) ist ein synthetisches 13-Aminosäuren-Analogon des körpereigenen Hormons Alpha-MSH (Alpha-Melanozyten-stimulierendes Hormon). Entwickelt wurde die Substanz Anfang der 1980er-Jahre von Victor Hruby und Mac Hadley an der University of Arizona, ursprünglich als stabiles Forschungswerkzeug zur Untersuchung der Melanotropin-Biologie – das natürliche Alpha-MSH baut im Körper zu schnell ab, um es unter kontrollierten Bedingungen zuverlässig zu erforschen.
Dieses 10mg-Vial eignet sich für Forschungsansätze rund um Melanocortin-Rezeptor-Signalwege, Melanogenese und Photoprotektion – untersucht wird dabei u. a. die durch gesteigerte Melaninproduktion hervorgerufene Hautbräunung.
Wirkungsmechanismus
Melanotan I bindet als Agonist bevorzugt an den Melanocortin-1-Rezeptor (MC1R) auf Melanozyten und aktiviert darüber die Eumelanin-Synthese – das dunkle, UV-abschirmende Hautpigment, dessen vermehrte Bildung sich als bräunere Haut zeigt. Zwei gezielte Modifikationen gegenüber dem natürlichen Alpha-MSH – der Ersatz von Methionin an Position 4 durch Norleucin sowie die Umkehrung von Phenylalanin an Position 7 in die D-Form – verleihen dem Molekül eine deutlich verlängerte biologische Aktivität und erhöhte Resistenz gegenüber enzymatischem Abbau. Wegen dieser Rezeptorspezifität konzentriert sich die untersuchte Wirkung weitgehend auf die Melanozyten-Aktivierung.
Technische Spezifikationen
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Produktname | Melanotan I (Afamelanotide) |
| CAS-Nummer | 75921-69-6 |
| Menge | 10mg |
| Form | Lyophilisiertes Pulver |
| Sequenz | Ac-Ser-Tyr-Ser-Nle-Glu-His-D-Phe-Arg-Trp-Gly-Lys-Pro-Val-NH2 |
| Molekülformel | C₇₈H₁₁₁N₂₁O₁₉ |
| Molekulargewicht | 1646,85 g/mol |
| Reinheit | ≥98,9 % (HPLC) |
| Analyse | HPLC / LC-MS |
| Lagerung | 2–8 °C |
Lagerung: Bei −20 °C (Langzeit); nach Rekonstitution bei 4 °C, zeitnah verwenden. Vor Licht und Feuchtigkeit schützen.
Quelle: Sawyer T.K. et al., “4-Norleucine, 7-D-phenylalanine-alpha-melanocyte-stimulating hormone: a highly potent alpha-melanotropin with ultralong biological activity”, Proceedings of the National Academy of Sciences USA, 1980;77(10):5754-5758
Haftungsausschluss: Nicht für den menschlichen oder veterinärmedizinischen Gebrauch bestimmt. Nur für Laborforschungszwecke. Nicht für diagnostische oder therapeutische Zwecke.
Rekonstitution: Beispielrechnung
Für eine Arbeitskonzentration von 10 mg/ml wird das 10-mg-Vial mit 1 ml sterilem Bakteriostatischem Wasser (BAC Water) rekonstituiert. Das Wasser langsam an der Gefäßinnenwand entlang einspritzen und das Vial vorsichtig schwenken statt zu schütteln.
Häufig gestellte Fragen
Ist Melanotan I dasselbe wie Melanotan II?
Nein. Melanotan I (Afamelanotide) ist ein linear aufgebautes 13-Aminosäuren-Peptid mit ausgeprägter MC1R-Selektivität, während Melanotan II ein zyklisches 7-Aminosäuren-Molekül mit breiterer Rezeptoraktivität ist – zwei eigenständige Substanzen mit unterschiedlicher Struktur.
Seit wann wird Melanotan I erforscht?
Die Substanz wurde erstmals 1980 von Sawyer und Kollegen an der University of Arizona beschrieben und zählt damit zu den am längsten untersuchten Alpha-MSH-Analoga in der Melanocortin-Forschung.
Qualitätssicherung
Jede produzierte Charge durchläuft eine unabhängige Doppelprüfung: HPLC-Analyse zur Bestimmung der Reinheit sowie LC-MS-Analyse zum eindeutigen Nachweis von Molekülmasse und korrekter Peptidsequenz. Erst nach bestandener Prüfung wird eine Charge freigegeben.






Reviews
There are no reviews yet.